Die Chronik von Kuddewörde

Kuddewörde wurde 1230 unter dem altsächsischen Namen Kuthenworden erstmals urkundlich im Zehntenregister des Bischofs in Ratzeburg erwähnt. Damals war das Dorf mit sechs Vollhufnern und einem Halbhufner genannt. Die Kirche wurde nicht auf dem Dorfanger, dem Mittelpunkt des Dorfes errichtet, sondern nachträglich in den Verband der Vollhufen auf der Billseite eingefügt. Der Ort ist einwandfrei ein Angerdorf, eine in der Kolonisationszeit im 12./13. Jahrhundert beliebten und gebräuchlichen Form der Dorfanlage.

Der Ort Rothenbek wurde ebenfalls 1230 als Rodenbeke mit 10 Hufen genannt. 1340 wurde Rothenbek wahrscheinlich als Folge der Pest verwüstet. Ein Teil des Dorfes wurde wieder Wald, ein anderer Teil wurde dem damaligen herzoglichen Gut Kuddewörde zugeschlagen. Ältere Dorfbewohner erzählen, dass das Dorf im Wald hinter dem sogenannten Schäferberg gelegen haben soll.

Die alte Wassermühle "Grander Mühle" ist Anno 1345 zum ersten Mal urkundlich belegt.

Am 28.6.1351 geht die Grander Mühle in den Besitz des Klosters Reinbek.

1420 wurde die Burg in Kuddewörde zerstört.

Den Rittern von der Lieth wurde Kuddewörde 1485 vom Herzog von Sachsen Lauenburg verliehen.

Am 17.1.1497 wird ein Augustiner-Kloster mit Hospital neben der Kirche in Kuddewörde gegründet.

1524 verlässt der letzte Prior des Klosters, D. Boedeker, Kuddewörde. Kurz darauf gehen auch die Mönche und das Kloster geht ein.

1531 wird die Reformation offiziell eingeführt.

1558 wird im Lehnbrief für Jörg von der Lieht erstmals eine Zollstelle in Rothenbek "zum Grande" erwähnt.

1584 wird ein Falschmünzerprozess gegen Jörg von der Lieth geführt.

Am 21.4.1585 stirbt Jörg von der Lieth auf dem Lehngut Kuddewörde kinderlos. Das Lehngut wurde aufgehoben, die Wirtschaftsgebäude abgebrochen und daraus das Vorwerk Rothenbek errichtet. 1587 macht der Herzog Kuddewörde zu einem "Tafelgut".

Am 1.5.1613 ist der Stiftungsbrief für das Armenhaus/Hospital in Rothenbek gegenüber dem Zollhaus datiert.

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) ziehen Friedrich V. von Böhmen, Christian VI. von Dänemark auf seinem Rückzug sowie die Heere Tillys und Wallenstein über die Bille und durch Rothenbek und Kuddewörde.

1689 fällt Lauenburg nach dem Tod von Herzog Julius Franz an Hannover.

1745 wird die Niederlegung des Vorwerks beschlossen. Ein Drittel des Landes wurde dem Sachsenwald zugeschlagen, ein Teil blieb beim ehemaligen Vorwerk und wurde verpachtet, der Rest wurde parzelliert und an 24 Anbauern vergeben.

1775 erfolgt der Abbruch des Armenhauses/Hospitals.

1810 wird das Herzogtum Lauenburg dem Kaiserreich Frankreich angeschlossen.

1813 fällt es nach der Niederlage Napoleons wieder an Hannover.

Von 1815 bis 1864 gehört das Herzogtum Lauenburg zu Dänemark.

Nach der Niederlage Dänemarks gegen Preußen und Österreich 1864 wird Lauenburg preußisch.

1871 dotiert der Kaiser Fürst Bismarck unter anderem mit dem Sachsenwald, der Grander Mühle und dem restlichen Vorwerk Rothenbek.

1875 werden die Bauern unbeschränkte Eigentümer ihres Landes.

1876 wird die preußische Gemeindeverfassung eingeführt.

Im Jahre 1890 verkauft Fürst Bismarck die Grander Mühle an die Witwe Schröder.

1912/13 werden unsere Gemeinden an die Überlandleitung angeschlossen und mit Strom versorgt.

1925 kauft die Hamburger Landeskirche das Bauernvogthaus in Kuddewörde und errichtet hier mit dem Namen "Clemens-Schultz-Heim" ein Heim und eine Jugendherberge.

1935 werden die Freiwilligen Feuerwehren Kuddewörde und Rothenbek gegründet und 1936 werden beide Orte zur Gemeinde Kuddewörde vereinigt.

1940 werden die ersten Kriegsgefangenen zur Mithilfe auf die Bauernhöfe verteilt.

Im Sommer 1943 wird Hamburg bombardiert und in unserer Gemeinde werden Ausgebombte untergebracht.

Im Januar 1945 treffen die ersten Flüchtlinge aus Ostpreußen ein und im März 1945 kommt ein Flüchtlingstreck aus Pommern, Gut Daarz in die Gemeinde. 1945 wird außerdem die neue Schule an der Grenze Kuddewörde und Rothenbek fertiggestellt und bezogen.

Am 5.12.1958 wird der Schulverband Kuddewörde/Grande gegründet.

1960 hat Kuddewörde-Rothenbek 666 Einwohner.

Zahlen und Fakten

Die Gemeinde Kuddewörde, die dem Amt Schwarzenbek-Land seit 1962 angehört, ist mit derzeit 1.362 Einwohnern die größte Gemeinde des Amtes Schwarzenbek-Land.

Das Gemeindegebiet wird im Nordwesten durch die Bille begrenzt, im Südwesten durch den Sachsenwald und im Süden durch die Bundesautobahn A 24. Die Gemeinde Kuddewörde liegt etwa 12 Kilometer nordwestlich von Schwarzenbek.

Urkundlich erwähnt wurde die Gemeinde erstmals im Jahre 1230 im Zentregister von Ratzeburg. Im Jahre 1936 wurde das bis dahin selbständige Dorf Rothenbek in das Gemeindegebiet der Gemeinde Kuddewörde eingegliedert.

Die Bille, die bis heute die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg trennt, war über Jahrhunderte Staatsgrenze, und es wurde sowohl auf der lauenburgischen als auch auf der holsteinische Seite Zoll erhoben. Das in der Lauenburger Straße befindliche Zollhaus steht unter Denkmalschutz.

Das Gemeindewappen von Kuddewörde wurde am 8. November 1995 genehmigt und von S. Herbst aus Bäk entworfen.

Beschreibung:
In Rot über einem gesenkten, schrägen silbernen Wellenbalken ein silberner, einen Stein haltender Kranich. Im rechten Obereck ein silbern gesäumtes blaues Tatzenkreuz.


Bürgermeister von Kuddewörde:

Seit 2013 Wolfgang Gerlach

2008 bis 2013 Hans-Joachim Conrad

1992 bis 2008 Wolfgang Gerlach

1990 bis 1992 Robert Höppner

1982 bis 1990 Hans-Georg Stamer

1978 bis 1982 Heinrich Wallis

1960 bis 1978 Ludwig Reher

1946 bis 1960 Friedrich Hartkop