Pädagogische Konzeption der Kindertagesstätte Kuddewörde (Elementarbereich)

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Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Einrichtung und heißen Sie herzlich willkommen.
Auf den folgenden Seiten möchten wir Sie mit dem Alltag unserer Einrichtung vertraut machen und Ihnen gerne die Möglichkeit geben, dass Sie sich ein Bild von der zukünftigen Betreuungssituation Ihres Kindes und von uns machen können.
Diese Konzeption dient für uns als Grundlage unserer Arbeit. Sie möge zur Orientierung, Information und als Gesprächsgrundlage dienen.
Im Aufnahmegespräch, in den Aufnahmeunterlagen und unserer Benutzungs- Beitragsordnung erhalten Sie weitere Informationen.

1.1. Zu unserer Konzeptionsschrift

Am 04. Dezember 1995 öffnete die Kindertagesstätte Kuddewörde für die Kinder ihre Türen.
Damit begann unsere gemeinsame Arbeit, die wir im vierten Jahr angefangen haben schriftlich für diese pädagogische Konzeption zu formulieren. Diese Zeit hat das Team gebraucht, gemeinsam Erfahrungen zu sammeln, sich auszutauschen, eine gemeinsame Arbeitsgrundlage zu schaffen und Zielvorstellungen inhaltlich zu füllen.
Diese Konzeption lebt von ihrer Weiterentwicklung und ist ein "Dokument auf Zeit".
Veränderungen bei den Kindern, den Eltern, dem Umfeld, dem Mitarbeiter/-innenteam und gesetzlicher Bestimmungen und Vorlagen tragen dazu bei, dass sie regelmäßig von uns überprüft und ggf. überarbeitet wird.

2. Rahmenbedingungen

2.1. Unsere Gruppen

In unserer Elementareinrichtung gibt es vier altersgemischte Gruppen: Die Mond-, Sternen-, Sonnen- und Wolkengruppe, in der Kinder von drei Jahren bis hin zur Einschulung aufgenommen und betreut werden.
Wir arbeiten mit festen Gruppenzuordnungen. Jährlich werden die Gruppen von Seiten der Kindertagesstätte neu zusammengestellt. Gruppenwechsel werden Ihnen als Eltern im Vorwege in Elterngesprächen und allen Kindern gemeinsam in einer großen Kitakonferenz mitgeteilt.

2.2. Unsere Öffnungszeiten

Wir bieten Betreuungszeiten von 7.30 Uhr bis 13.00 Uhr und von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr an.
Dazu bieten wir noch eine Sonderbetreuungszeit/ den Frühdienst von 7.00 Uhr bis 7.30 Uhr an.

2.3. Unsere Räumlichkeiten

In den Gruppenräumen gibt es verschiedene Spiel, - Lern- und Erfahrungsecken, die zum Spielen, Basteln, Bauen, Kuscheln, Ausruhen, Bewegen und vielem mehr einladen.

2.4. Unser Außenspielbereich

Der Außenspielbereich bietet Möglichkeiten zum Sand- und Wasserspiel, Klettern, Rutschen, Schaukeln, Fahren, Laufen, Rollenspiel und Balancieren.

3. Unser Leitbild

Bei uns in der Kindertagesstätte Kuddewörde sind die Kinder mit ihren Bedürfnissen die Hauptpersonen.

"In unseren Augen sind Kinder von Geburt an individuelle Persönlichkeiten, die sich aktiv und kompetent die Welt erobern. Wir als Erwachsene/Eltern/Mitarbeiter/- innen begleiten und fördern sie in der Entwicklung ihrer Selbst- Sozial- und Sachkompetenz."

"Es ist eigentlich nicht schwierig, ein Kind zu erziehen; man muss nur von allem die Mitte treffen, was die Ansprache seiner Grundbedürfnisse anbelangt.
Kinder haben folgende Grundbedürfnisse, die sie schon mit auf die Welt bringen: Liebe, Zeit, Bewegung, Spiel, Körperkontakt, Gespräch, Weltbildaufbau (was ist gut, was ist böse?), Herausforderung der Kräfte, Familie und eine stimmige Ernährung."

[Prof. Dr. Peter Struck, Erziehungswissenschaftler an der Universität Hamburg]

Wir machen Ihnen das Angebot, uns gemeinsam mit Ihnen in Ergänzung zur Familie um die Grundbedürfnisse Ihres Kindes zu kümmern.

3.1 Unser Bild vom Kind

Jedes Kind gestaltet von Geburt an aktiv und auf seine ganz persönliche Art und Weise an seiner eigenen und individuellen Entwicklung mit.
Für uns ist jedes Kind in seiner Gesamtheit kompetent, achtenswert, wertvoll und wir respektieren jedes Kind als einzigartige Persönlichkeit.
Wir holen jedes Kind dort ab, wo es gerade steht und geben jedem Kind Zeit, sich in seinem eigenen Tempo entwickeln zu können.
Eine emotionale, positive und wertschätzende Umgebung sehen wir als Grundvoraussetzung, um eine gelingende Beziehung zu jedem Kind aufzubauen.
Auf dieser Basis entsteht dann eine vertrauensvolle Beziehung zwischen dem Kind und den Mitarbeiter/- innen, die als Voraussetzung für alle Lernprozesse wichtig ist.

4. Unser Team

4.1. Zu unserem pädagogischen Team

In der Kindertagesstätte arbeiten nur staatlich anerkannte pädagogische Fachkräfte.
In der Mond, Sternen- und Wolkengruppe arbeiten jeweils zweipädagogische Mitarbeiter/-innen. In der Sonnengruppe, wo bis zu drei Kinder in Einzelintegrationsmaß-nahmen betreut werden können, arbeiten drei pädagogische Mitarbeiter/-innen. Die Kitaleitung, Springerkräfte, eine FSJ- Kraft, eine Hauswirtschaftskraft, zwei Reinigungskräfte und ein Hausmeister ergänzen das Team.

4.2. Fachkompetenzen, die wir für unsere Arbeit mitbringen

  • Motivation
  • Fachkompetenz
  • Authentizität
  • Einfühlungsvermögen
  • Toleranz
  • Respekt
  • Verständnis
  • unsere Stärken und Schwächen
  • Teamgeist

4.3. Unsere Rolle gegenüber den Kindern

Wir sind für Ihre Kinder da als:
  • Beobachter/-in
  • Vorbild
  • Spielpartner/-in
  • Vertraute(r)
  • Assistent/-in
  • Ansprechpartner/-in
  • Interessenvertreter/-in
  • Anleiter/-in
  • Entwicklungsbegleiter/-in
Als Beobachter/-in haben wir sowohl das einzelne Kind, als auch die Gesamtgruppe im Blick. Beobachtung ist die Grundlage für alle weiteren Rollen bzw. Aufgaben.

Als Vorbild der Kinder leben wir den Kindern etwas vor. Wir handeln selbst so, wie wir es von ihnen möchten und halten uns auch an die Regeln. Wir sind selbst kreativ tätig, um den Kindern Anregungen zu geben.
Mit Geduld und liebevoller Konsequenz unterstützen wir die Kinder dabei, Aufgaben zu bewältigen und Ziele zu erreichen. Uns ist wichtig, dass die Kinder erfahren, dass wir auch Bedürfnisse und Grenzen haben.

Als Spielpartner/-in beteiligen wir uns am Spiel der Kinder, lassen uns dazu einladen bzw. fordern Kinder auf und haben selbst Spaß dabei. Wir nehmen uns Zeit, mit den Kindern Bücher zu betrachten, vorzulesen und mit ihnen darüber zu sprechen.

Als Vertraute/-r werden wir jeden Tag zu Geheimnisträgern der Kinder, denn wir können zuhören, schweigen und nehmen die Kinder und ihre Probleme ernst. Wir trösten, unterstützen, bestärken, geben ihnen Zuwendung und Geborgenheit. So entsteht ein Vertrauensverhältnis.

Als Assistent/-in und Begleiter/-in unterstützen wir das Kind in den Bereichen Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Sauberkeitsentwicklung, bei lebenspraktischen Fähig- und Fertigkeiten( z.B. An- und Ausziehen) sowie in der Kommunikation.

Als Ansprechpartner/-in sind wir Zuhörer/-in der Kinder und geben ihnen eine Rückmeldung. Wir helfen den Kindern bei der Kontaktaufnahme und Kontaktaufrechterhaltung zu anderen Kindern. Bei Problemen bieten wir Zuspruch und helfen, Lösungen zu finden.

Als Interessenvertreter/-in, Beschützer/-in und Helfer/-in setzen wir uns für das Kind ein. Wir unterstützen es, indem wir zuhören und es ernst nehmen.

Als Anleiter/-in und Organisator/-in sind wir zuständig für die Struktur des Tagesablaufes. Wir stellen den Wechsel her zwischen angeleitetem und freiem Spiel, zwischen ruhiger und lebhafter Beschäftigung, stellen benötigtes Material zur Verfügung und halten für jedes Kind Ideen bereit.

Als Entwicklungsbegleiter/-in haben wir den gesetzlichen Auftrag, mit geschultem Blick auf die Entwicklung Ihres Kindes zu schauen. Das beinhaltet das Erkennen der besonderen Persönlichkeit, die Überprüfung von Lernfortschritten und das Erkennen von Entwicklungsrückständen.

5. Unser Tagesablauf

Für die Mitarbeiter/- innen und für die Kinder aller Gruppen beginnt der Tag ab 7.00 Uhr gemeinsam in der Sternengruppe. Von der Sternengruppe aus gehen die Kinder dann gemeinsam zwischen 7.45 Uhr- 8.30 Uhr mit einer/ einem Mitarbeiter/- in in ihre Gruppen. Bis 9.00 Uhr ist die "Bringzeit" aller Kinder.
Um 9.00 Uhr beginnt unser Morgenkreis und danach wird in den Gruppenalltag gestartet, der aus festen Elementen besteht:
  • Freispiel
  • Essen(Frühstück, gemeinsames Mittagessen und Picknick am Nachmittag)
  • Vorlesen
  • Erfahrungs- und Lernangebote
  • Projektangebote
  • Sitzkreise (z.B. Begrüßungskreis, Geburtstagskreis, Singkreis…)
  • Bewegung drinnen und draußen
Weitere Elemente in unserem Gruppenalltag::
  • Spielplatz- Draußenzeit
  • Spaziergänge/Ausflüge
  • Turnen in der Sporthalle
  • Feste
  • Kindertheater
Neben der pädagogischen Arbeit im Alltag, erleben die Kinder auch die hauswirtschaftlichen und pflegerischen Tätigkeiten der Mitarbeiter/- innen.

5.1. Essen und Trinken

Ein ausgewogenes Frühstück und das Essen für das "Picknick am Nachmittag" bringen alle Kinder von zu Hause mit. Das Mittagessen bekommen wir angeliefert. Getränke (ungesüßter Tee, Wasser, Selter und Milch) stellen wir zur Verfügung.

Es gibt unterschiedliche Formen des Essens bei uns:
  • Offenes und freies Frühstück, d.h. die Kinder wählen selbst, wann sie in einer von uns vorgegebenen Zeit frühstücken gehen. Diese Form des Frühstückes ist die von uns am meisten angewendete Form.
  • Gemeinsames (Mittag-) Essen, d.h. alle Kinder essen gemeinsam. Das Mittagessen findet täglich um 13 Uhr statt.
  • Buffet, d.h. bei besonderen Anlässen und Feiern gibt es in den Gruppen ein Buffet. Die Kinder bedienen sich dort selbstständig und essen gemeinsam.
  • Picknick am Nachmittag, d.h. um 15 Uhr bieten wir den Kindern nochmals eine gemeinsame Zwischenmahlzeit an.
  • Geburtstagstafel, d.h. bei Geburtstagen wird eine Geburtstagstafel aufgebaut und alle Kinder der jeweiligen Gruppe essen gemeinsam.
  • Räuberessen, d.h. die Kinder essen gemeinsam und dürfen im Gruppenraum freiwählen, wo sie sitzen und essen möchten.
Alle Mahlzeiten werden von uns Mitarbeiter/- innen begleitet und die Kinder dabei unterstützt.
Die Kinder lernen Tischmanieren und Umgangsformen kennen. Wir fördern ihre Selbstständigkeit bei Tisch. So lernen die Kinder, selbst den Tisch zu decken und auch wieder selbstständig abzudecken. Der Umgang mit dem Besteck wird erlernt. Beim Mittagessen füllen sich die Kinder selbstständig ihren Teller auf und die Getränke werden von den Kindern selbstständig eingegossen.

6. Unser Eingewöhnungskonzept

6.1. Das Berliner Modell

Eine für Ihr Kind optimale Eingewöhnung ist uns wichtig, damit sich Ihr Kind bei uns wohl fühlt und in seiner Entwicklung optimal begleitet und unterstützt werden kann. Auch bietet die Zeit der Eingewöhnung Ihnen als Familie die Möglichkeit, in unserer Einrichtung anzukommen.
Das Ziel der Eingewöhnung ist es, dass Ihr Kind zu seiner neuen Bezugsperson eine verlässliche Beziehung aufbauen kann.
Dazu braucht Ihr Kind Ihre Unterstützung. Nur wenn Sie in der Eingewöhnung dabei sind und damit Ihrem Kind ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, kann es sich dem neuen Ort und der neuen Bezugsperson neugierig zuwenden.
Die Eingewöhnungsphase erfolgt bei uns in Anlehnung an das "Berliner Modell", welches bundesweit Anerkennung findet und als Qualitätsmerkmal gilt.
Die Eingewöhnungszeit verläuft in Phasen. Je nach Bindungsverhalten und Entwicklungsstand der Kinder können diese Phasen bei jedem Kind unterschiedlich lang sein.
Die Eingewöhnung wird mindestens 5 Tage in Anspruch nehmen. Unabhängig vom Einfluss der Mitarbeiter/- innen auf das Kind, ist die Haltung der jeweiligen familiären Bezugsperson das vielleicht wichtigste Kriterium für das Gelingen der Eingewöhnung.
In den ersten 3 Tagen kommt ihr Kind immer zur verabredeten Zeit und zunächst einmal für höchstens eine Stunde in Begleitung der jeweiligen familiären Bezugsperson. Der Aufenthalt des Kindes in der Kita ist eine Zeit des intensiven Lernens und der Anpassung unter Anstrengung und Anspannung all seiner Kräfte. Diese Leistungen kann es nur für eine begrenzte Zeit erbringen. Deshalb steigert sich die Betreuungszeit langsam.
Vertraute Gegenstände von zu Hause (Schmusetuch oder Kuscheltier) können während der Trennungsphase sehr hilfreich sein.

6.2. Die einzelnen Schritte der Eingewöhnung

I. Die Grundphase

In der Grundphase lernt die Mitarbeiterin/ der Mitarbeiter die familiäre Bezugsperson und das Kind kennen und begleitet beide. Im Gespräch und im gegenseitigen Kontakt wird langsam eine Beziehung aufgebaut.
Für das Kind ist es wichtig, in der Zeit der ersten Kontaktaufnahme zur neuen Umgebung, durchgängig die Sicherheit zu haben, bei seiner familiären Bezugsperson Sicherheit und Unterstützung zu finden, um die neue Situation nicht allein meistern zu müssen. In diesen ersten Tagen erlangt das Kind eine Vertrautheit mit der Mitarbeiterin/ dem Mitarbeiter und der neuen Umgebung.
Drängen Sie das Kind nicht, mit etwas zu spielen oder zu anderen Kindern oder der Mitarbeiterin/ dem Mitarbeiter hinzugehen. Wenn das Kind dazu bereit ist, wird es das von selbst tun. Selbstverständlich reagieren Sie positiv auf alle Signale des Kindes, sei es der Blickkontakt, die Ansprache oder die An-näherungen. Initiieren Sie aber nicht selbst diese Dinge, lassen Sie das Kind sein eigenes Tempo finden.

Nach individueller Einschätzung der Mitarbeiterin/ dem Mitarbeiter und Ab-sprache mit der familiären Bezugsperson kann eine kurze Trennung stattfinden. Die familiäre Bezugsperson verabschiedet sich von dem Kind und geht einen Moment außer Sichtweite.
  1. Möglichkeit: Das Kind akzeptiert die Trennung oder lässt sich schnell von der Mitarbeiterin/ dem Mitarbeiter trösten.

  2. Möglichkeit: Das Kind beginnt zu weinen, lässt sich nicht trösten oder ablenken. Die Trennung wird beendet und die familiäre Bezugsperson zurückgeholt.
    In den folgenden Tagen kommen die familiäre Bezugsperson und Kind wie vorher gemeinsam und der nächste Trennungsversuch wird individuell abgesprochen
II. Die Stabilisierungsphase

Wenn das Kind die Trennung akzeptiert, bleibt die familiäre Bezugsperson immer kürzer und verabschiedet sich dann( bleibt aber in der Nähe). Der Zeitraum der Abwesenheit wird langsam ausgedehnt. Wenn die familiäre Bezugsperson zurückkommt, verlässt sie gemeinsam mit dem Kind die Kita.

III. Die Schlussphase

Die familiäre Bezugsperson bringt das Kind und verabschiedet sich. Sie ist jedoch jederzeit erreichbar, um ggf. das Kind vorzeitig abzuholen. Die Eingewöhnung ist beendet, wenn das Kind die Mitarbeiterin/ den Mitarbeiter als "sichere Basis" akzeptiert hat.

7. Unsere pädagogischen Schwerpunkte

7.1. Bildungsleitlinien

In unserer Arbeit richten wir uns nach den Grundlagen und Empfehlungen für Bil-dung, Erziehung und Betreuung des "Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein."
Bildung ist ein lebenslanger Prozess, der mit der Geburt beginnt. Sobald ihr Kind in unsere Einrichtung kommt, möchten wir uns an diesem Prozess mit unserer pädagogischen Arbeit und Einstellung daran beteiligen.
Die von uns aufgeführten Bildungsbereiche, können von den Kindern in ihrem Ta-gesablauf gelebt und/ oder erfahren werden. Dieses geschieht während des Freispiels durch Eigeninitiative und bei Angeboten durch die Initiative der Mitarbeiter/- innen und durch die von uns ausgesuchten Spiel- und Raummaterialen.

7.1.1 Bildungsbereich Musik und Ästhetik

Kinder singen gerne. Musik bereichert ihre Gefühle, festigt Beziehungen der Kinder untereinander, fördert das gemeinsame Spielen, Lernen und Leben und regt zum Denken an. Spielerisch erhalten sie Zugang zur Musik. Die von uns angebotenen Lieder, Finger- und Bewegungsspiele, Kreisspiele, Tänze und Sprechverse unterstützen dieses.
Durch den Wechsel von Musik, Bewegung und Sprache, werden die Kinder von uns zum Musizieren und Improvisieren mit Spielmaterialien und Instrumenten angeregt und angeleitet. Dabei sammeln die Kinder individuelle Erfahrungen mit unterschiedlichen Rhythmen.

Durch den Einsatz verschiedener Instrumente lernen die Kinder diese zu unterscheiden und den Klang dieser Instrumente wahrzunehmen. Das ist ein erster wesentlicher Schritt in der musikalischen Früherziehung.
Im Bereich des Gestaltens ist es wichtig, dass wir den Kindern verschiedene Materialien zur freien Verfügung stellen. Die Kinder integrieren den Bereich des Gestaltens mit in ihr Spiel und machen die Erfahrungen, dass sie selber etwas herstellen und dabei "Spuren" hinterlassen. Dieses kann z.B. Malen mit verschiedenen Farben auf Papier sein, Formen die durchs Kneten entstehen.

7.1.2. Bildungsbereich Sprache und Kommunikation

Es ist uns wichtig, von Anfang an den Spracherwerb der Kinder zu unterstützen und die Kinder von Anfang an als " ernstzunehmende" Gesprächspartner in einem verlässlichen und achtsamen Dialog mit einzubinden.
Jederzeit und überall in unserem Alltag schaffen und nutzen wir Sprechanlässe (Fingerspiele, Reime, Geschichten, Spiele usw.). Wir fordern Kinder heraus, zu kommunizieren und aktiv Sprache zu gebrauchen. Unsere Handlungen und Interaktionen begleiten wir sprachlich.
Für die allgemeine Sprachförderung sind erfahrene und durch Fortbildungen ge-schulte Mitarbeiter/- innen in unserer Einrichtung tätig.
Unsere Einrichtung wird zudem betreut vom Sprachförderzentrum Centa-Wulf-Schule. Es werden Sprachbestandsüberprüfungen und spezielle Sprachförderung nach Möglichkeit und Bedarf angeboten und durchgeführt.

7.1.3. Bildungsbereich Körper, Gesundheit und Bewegung

Wir möchten den Kindern Grundvoraussetzungen für ein ganzheitliches Körper- und Gesundheitskonzept schaffen. Die Kinder sollen ein positives Verhältnis zu ihrem Körper entwickeln und sollen lernen, ihren Körper richtig zu pflegen.
Das heißt bei uns im Alltag, dass wir den Kindern folgende Inhalte vermitteln und sie darin unterstützen:
  1. Hände waschen vor jeder Mahlzeit
  2. Mund- und Händewaschen nach dem Essen
  3. Zähneputzen nach dem Frühstück und nach dem Mittagessen
  4. Hände waschen nach jedem Toilettengang
  5. Hände waschen nach dem Spiel auf dem Außengelände
  6. Dass die Kinder sich ausgewogen ernähren.
  7. Dass die Kinder genügend trinken.
  8. Dass sich die Kinder die Nase putzen.
  9. Dass sich die Kinder genügend bewegen.
Außerdem sehen wir es als großen Bestandteil unserer Arbeit, die Kinder bei ihrer Sauberkeitserziehung zu unterstützen.
Die Kinder bekommen solange Windeln, wie der Bedarf dafür besteht. Gewickelt wird zu jeder Zeit. Der Übergang zum Leben ohne Windel ist dann besonders sensibel. In dieser Phase ist der regelmäßige und offene Austausch zwischen den Mitarbeiter/-innen und den Eltern besonders wichtig. Wir begleiten die Kinder zur Toilette, geben Hilfestellung und wechseln selbstverständlich die Kleidung, falls es mal daneben geht.

Jedes Kind hat seinen eigenen Zeitpunkt und sein eigenes Tempo, ab dem die Entwicklung zum Leben ohne Windel beginnen kann. Für uns hat es höchste Priorität, diesen Weg fürsorglich und ohne Druck zu gestalten.

7.1.4. Bildungsbereich Mathematik und Naturwissenschaft

Schon Neugeborene sind mit ihrer Umgebung beschäftigt und fangen an, sich für Zusammenhänge in der Umwelt zu interessieren. Mit allen ihren Sinnen erkunden und erforschen sie ihre Umwelt und machen ihre ersten Erfahrungen mit den Grundelementen Wasser, Luft, Feuer und Erde. Dabei ertasten, beriechen und beobachten sie die Dinge in ihrer Umgebung, um diese kennen zu lernen und um Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten festzustellen. Wir bieten in unserer Arbeit den Kindern unterschiedliche Materialien an, damit die Kinder selbstständig auf Entdeckungsreise gehen können. Dabei begleiten und unterstützen wir sie, in dem wir gemeinsam Dinge bestaunen und die Kinder hinterfragen lassen. Außerdem regen wir die Kinder dazu an, selbst Antworten zu finden.
Den Alltag nutzen wir zum gemeinsamen Zählen, um den Kindern ein erstes Verständnis für Zahlen und Mengen zu vermitteln.
Die Aktions-Lerntabletts die es in jeder Gruppe gibt, laden zum Ausprobieren und Experimentieren ein und die Kinder sammeln dabei verschiedenste Erfahrungen.

7.1.5. Bildungsbereich Gesellschaft und Kultur

UnsereEinrichtung ist ein Ort an dem viele Menschen aufeinander treffen.
Die Kinder lernen bei uns, dass sie zu einer Gruppe gehören und entwickeln ein Gemeinschaftsgefühl. Sie erleben sich als Teil der Gemeinschaft, in der sie wichtige soziale Erfahrungen sammeln können und ein konstruktives Konfliktverhalten erlernen.
So können sie in der Gemeinschaft lernen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese vor anderen zu vertreten. Sie erfahren jedoch auch, dass andere eigene Meinungen haben und lernen dabei andere zu respektieren und zu achten.
In diesem Zusammenhang sind Absprachen, Regeln und Grenzen wichtig. Die Kinder erfahren diese als sinnvolle Orientierungshilfe für ihr eigenes Verhalten.
Wir unterstützen und helfen den Kindern in diesem Prozess, indem wir sie begleiten und ihnen Hilfestellungen und Anregungen geben.
Mit unserer Vorbildfunktion möchten wir zusätzlich den Kindern Werte und Normen der Gesellschaft vermitteln.

7.1.6.Bildungsbereich: Religion und Ethik

Auch wenn wir mit unserer Einrichtung keiner Konfession angehören, sehen wir es als wichtigen Teil für die Allgemeinbildung der Kinder, ihnen religiöse Themen und Zusammenhänge (wie z.B. christliche Feste, andere Kulturen und Religionen) zu vermitteln.
Auf Fragen der Kinder zu Inhalten der Feste die wir feiern antworten wir sachlich, um zu informieren. Die Kinder haben die Möglichkeit, sich ihr eigenes Bild von der Welt zu machen, eigene Theorien und auch eine eigene Philosophie zu entwickeln.
Wir sehen es als Chance, unsere "religionspädagogische Arbeit" integrativ in den Erfahrungsbereich der Kinder mit einfließen zu lassen, ohne die Kinder in eine bestimmte Richtung zu vereinnahmen.

7.2. Weitere pädagogische Schwerpunkte in unserer Arbeit:

7.2.1. Ganzheitliche Entwicklung

Wir begleiten und fördern eine ganzheitliche Entwicklung und betrachten dabei fünf Bereiche:
Soziale, emotionale, kognitive, motorische und sensorische Entwicklung.
Diese fünf Bereiche gehen ineinander über, ebenso wie unsere Sinne aus einzelnen Wahrnehmungseindrücken ein Gesamtbild erstellen.

1. Der soziale Bereich:

Zu ihm gehören z.B.:

==> Die Kontaktaufnahme und -aufrechterhaltung
==> Streben nach Selbstständigkeit (die alltäglichen Dinge allein bewältigen z.B. Kleidung und WC)
==> Trennung von den Bezugspersonen
==> Akzeptanz von Regeln, Gruppenerfahrung

2. Der emotionale Bereich:

Zu ihm gehören z.B.:

==> Ausgeglichenheit
==> Zuversicht
==> Ich-Stärke
==> Zulassen können von Gefühlen
==> Enttäuschungen verarbeiten können
==> Erlernen von Kritikfähigkeit

3. Der kognitive Bereich:

Zu ihm gehören z.B.:

==> Formen-, Farben-, Zahlen usw.
==> Konzentrationsfähigkeit bei selbst- und fremdgewählten Beschäftigungen
==> Zusammenhänge verstehen
==> Handlungsplanung
==> Kleine Aufgaben zu erledigen und umzusetzen

4. Der motorische Bereich:

==> Grobmotorik
  • Bewegungsaktionen (Laufen, Hüpfen, Werfen)
  • Körperkraft
==> Feinmotorik
  • Malen, Schneiden, Knöpfen, Umgang mit Messer und Gabel
  • Geschicklichkeit, Tempo, Anstrengungsbereitschaft
5. Der sensorische Bereich:

Zu ihm gehören z.B.:

==> Berührungsreize unterscheiden
==> Materialeigenschaften unterscheiden
==> Richtungshören
==> Verschiedene Objekte der Größe/Farbe nach ordnen

7.2.2. Freispiel und Lernen

Das freie und spontane Spielen - die kindliche Form des Lernens - nimmt einen großen Teil unseres Alltages ein. Kinder lernen, indem sie sich ein Bild von sich selbst und der Welt machen. Wir begleiten ihren Selbstbildungsprozess.

Während des Freispiels können die Kinder selbst bestimmen, mit wem (allein, zu zweit, mit mehreren), was, wie lange und wo sie spielen wollen.
Die Kinder tauschen sich im Freispiel untereinander aus, gehen aufeinander zu, reden miteinander und lernen, auf die Anderen einzugehen. Sie lernen Kompromisse zu schließen und Konflikte auszutragen. Sie erkennen wo ihre Stärken liegen und finden heraus, was sie wollen oder was sie nicht wollen.
Aus den vielen Spielmöglichkeiten (Rollenspiele, Regelspiele, Konstruktionsspiele, Lernspiele, Handpuppenspiele, Malen, Basteln, Bücher lesen, Entspannung in der Kuschelecke und Hängematte, Matschen, Höhlen bauen, Bewegungsspiele) können sie sich das aussuchen, was gerade ihren Bedürfnissen entspricht. Somit können diese Bedürfnisse sofort befriedigt werden.

7.2.3. Integrative Arbeit

"Integration bedeutet, einem Kind mit Beeinträchtigungen alle möglichen Hilfen (materiell und personell) zur Verfügung zu stellen, damit es auf die ihm mögliche Art und Weise und ohne sozialen Ausschluss teilnehmen und lernen kann ."
(Frei nach Georg Feuser)

In unserer Einrichtung werden nach Möglichkeit Kinder mit erhöhtem Förderbedarf in Einzelintegrationsmaßnahmen durch eine heilpädagogische Fachkraft in einer altersgemischten Gruppe bis zum Schuleintritt betreut, gefördert und verpflegt.
Wir möchten den Kindern ermöglichen, ihre Stärken zu zeigen und ihnen helfen, Schwächen auszugleichen.
Diese Arbeit setzt ein Menschenbild voraus, das Vielfalt als Bereicherung ansieht. Es erfordert von allen Seiten ein hohes Maß an Toleranz, Akzeptanz und Solidarität.

7.2.4. Vorschularbeit/ Übergang von der Kita in die Grundschule

Die Vorbereitung auf die Schule ist in die alltägliche pädagogische Arbeit eingebunden und beginnt mit dem Tag, wo Ihr Kind in unsere Einrichtung kommt. Wir stellen an jedes Kind altersgemäße Anforderungen und ermöglichen den Kindern jeden Tag vieles zu erforschen und sich auszuprobieren. Wir ermutigen sie, den täglichen Anforderungen des Lebens zu begegnen.
Die Schulvorbereitung im engeren Sinne beginnt im letzten Jahr vor Schuleintritt und findet in einer altersgemischten Elementargruppe sowie zusätzlich in einer Gruppe von gleichaltrigen Kindern statt. Vorschularbeit sehen wir als ganzheitlichen Prozess. Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Spiel- und Schulfähigkeit.
Das Lernen im Vorschulalter ist die spielerische Sammlung von Erfahrungen aller Art, die beim Kind eine Lernfreude erhalten und fördern soll.
In einer Vorschulkinderkonferenz zu Beginn des Kitajahres wählen die Kinder einen Namen aus, den sie in dem Jahr als Vorschulkinder tragen möchten.
Unsere pädagogische Vorschularbeit beinhaltet z.B.:
  • Vorschulkreise (mit verschiedenen Bildungsaktivitäten und Projekten)
  • Das Würzburger Trainingsprogramm "Hören, lauschen, lernen". (Dieses "Trainingsprogramm" beinhaltet die gezielte Vorbereitung auf den Schriftspracherwerb und bei den dazugehörigen Sprachspielen geht es in erster Linie um Übungen zur phonologischen Bewusstheit.)
  • Vorschularbeitsblätter
  • Basteln mit erhöhtem Schweregrad
  • Angebote zur Förderung der Ausdauer -und Konzentrationsfähigkeit
  • Aktions- Lerntabletts
  • Gemeinsame Ausflüge der Vorschulkinder
  • Vorschulkindpass
  • Schulbesuch, Schulhofbesuche
  • Übernachtung in der Kita
  • Schulkinderverabschiedung
Durch unsere Angebote möchten wir den Kindern den Übergang in die Grundschule erleichtern. Wir möchten bei den Kindern Freude und Neugierde auf die Schule wecken, Ängste abbauen, Kontakt zu einzelnen Lehrer/-innen knüpfen und die Möglichkeit geben, die Räumlichkeiten und Umgebung der Grundschule kennenzulernen.
Die Transparenz unserer Vorschularbeit ist uns wichtig. Deshalb erhalten Sie auf den Vorschulinfotafeln gesonderte Informationen über die Vorschulangebote.
Gemäß den Vorgaben des Ministeriums erarbeiten wir mit den Eltern gemeinsam ein Entwicklungsprofil für jedes Schulkind, welches anschließend als Grundlage für ein Übergabegespräch zwischen Kita und Schule dient.

7.2.5. Projektarbeit

Wenn Du mit anderen ein Schiff bauen willst, so beginne nicht, mit ihnen Holz zu sammeln, sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer.
(Antoine de Saint-Exupery)

Projektarbeit hat einen hohen Stellenwert in unserer sozialpädagogischen Arbeit. Unsere Zielsetzung für die Kinder besteht:
  • im Erlernen selbstbestimmten Handelns
  • im Deutlichmachen der eigenen Interessen
  • in der Stärkung der Ich-, Sozial- und Sachkompetenzen
  • im Ausbau der Kritik- und Kommunikationsfähigkeit
  • in der Übernahme von Verantwortung für sich und andere
  • in der Umweltwahrnehmung und Erweiterung von Sachwissen
Projektarbeit mit einzelnen Kindern oder mit der Gruppe erscheint uns neben dem Freispiel als sinnvolle Möglichkeit der ganzheitlichen Förderung des Kindes.
Die Kinder sollen Raum haben, über Themen nachzudenken und sich auszutauschen, inwieweit das Behandelte sie betrifft oder ob sie Vergleichbares bereits erlebt haben.
Während einer Projektphase findet ein ständiger Austausch unter den Kindern und uns pädagogischen Fachkräften statt. Die Sprache ist, als Werkzeug des Denkens, die Grundlage zum Bildungserfolg.
Themen werden mit Erfahrungen für alle Sinne (Spielen, Bewegen, Basteln, Singen, Kochen, Backen, Malen, Kneten, Matschen, Nähen, Sähen und Ernten, Spazierengehen, Sprechen und Zuhören) ausgestaltet.

Wir haben drei Zugänge zu Projekten:
  1. Am Kind orientierte soziale Themen z. B. Familie, Freundschaft, Geburt, Integration oder Tod
  2. Von Mitarbeiter/-innen gewählte Projekte oder Sachthemen wie z. B. Rituale, Jahreszeiten, Tierwelt, Pflanzenwelt, Umwelt, Feuerwehr, Bäckerei und vieles mehr
  3. Ideen und Interessen der Kinder (unter anderem die Umsetzung der Beschlüsse aus Kinderkonferenzen)

7.2.6. Geschlechtsspezifische Erziehung

In unserer Einrichtung vermitteln wir durch unsere Haltung die gleichberechtigte Wertschätzung der Jungen und Mädchen. Oft fehlen den Jungen gleichgeschlechtliche Vorbilder, da sie im täglichen Umgang fast nur Frauen erleben.
Unser Ziel ist es, das beide Geschlechter ihr jeweils eigenes Entwicklungspotential entfalten und ausleben dürfen. Wir stärken Mädchen in ihrem Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein und Jungen ermutigen wir in ihrem Gefühlsleben und zum Ausdruck ihrer Gefühle.
In unserem eigenen Verhalten gegenüber den Kindern versuchen wir die Wertschätzung beider Geschlechter vor zu leben.
Wir bemühen uns männliches Fachpersonal einzustellen und beziehen jederzeit gerne Väter und Praktikanten mit in unsere Arbeit ein.

7.2.7. Körpererfahrung und Sexualerziehung

Die kindliche sexuelle Entwicklung ist von Forscherdrang und Neugier geprägt.
In den ersten 3 Lebensjahren erforschen die Kinder ihren Körper. Dabei entdecken sie häufig, dass bestimmte Berührungen "schöne" Gefühle" und Wohlbehagen auslösen.
Wir möchten die Kinder bei ihrer Entwicklung ihrer geschlechtlichen Identität unterstützen und begleiten. Hierbei geht es uns um die Förderung der Sinne und um ein positives Körpergefühl. Die Gestaltung einer altersangemessenen und liebevollen Unterstützung ist uns dabei sehr wichtig.
Wenn das Kind uns fragt, wie z.B. Kinder entstehen, bekommt es eine wahre, dem Alter entsprechende Auskunft. Sollte dieses Thema mehrere Kinder interessieren, werden wir mit der gesamten Gruppe darüber reden.
Es gehört zur normalen Entwicklung der Kinder zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr, dass sie ihren und den Körper anderer Kinder entdecken und "Doktorspiele" spielen oder sich gerne nackt zeigen. In gemeinsamen Gesprächen und mit Einbeziehung von Bilderbüchern greifen wir das Thema auf.

Für "Doktorspiele" gibt es in unserer Einrichtung bestimmte Regeln:
  • Die Kinder bleiben dabei vollständig angezogen.
  • Sie finden nur unter fast gleichaltrigen Kindern statt.
  • Jedes Kind bestimmt selbst, ob es und mit wem es spielen möchte.
  • Gegenstände werden in keine Körperöffnungen gesteckt.
  • Wenn ein Kind etwas nicht möchte, darf es "Nein" sagen.
  • Sich Hilfe holen, ist kein "Petzen".

8. Zusammenarbeit mit Eltern

8.1. Definition Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

Sie als Eltern sind erste und damit vorrangige Bezugsperson für Ihr Kind.Gerne wollen wir die Entwicklungsbegleitung und Bildung Ihres Kindes als gemeinsam zu verantwortende Aufgabe von Eltern und Einrichtung mitübernehmen. Voraussetzung für diese Erziehungs- und Bildungspartnerschaft sind gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung, Toleranz, sowie das Einverständnis der Eltern mit der pädagogischen Konzeption unserer Einrichtung.

8.2. Unsere Angebote für eine Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

  • ein Aufnahmegespräch (zwischen den Personensorgeberechtigten, einer Mitarbeiterin/ einem Mitarbeiter und/oder der Leitung)
  • Eingewöhnungszeit in Anlehnung an das "Berliner Modell"
  • Elternvertretung/Kindergartenbeirat
  • Elternumfragen 1x jährlich durch die Kita
  • Informationen durch Infotafeln, digitale Fotorahmen (Fotos aus dem Gruppenalltag), Elternbriefe und Aushänge
  • Elternabende/ Elternnachmittage (Kennenlernen, Spiel, Spaß, Themen und Vorträge)
  • Bürosprechzeiten nach individueller Terminabsprache
  • Hospitationen von Eltern in der Einrichtung nach Absprache
  • Beratung im Rahmen unserer Möglichkeiten
  • Vermittlung an andere Einrichtungen (Therapeuten, Pädagogische Frühförderung, Diagnostische Institute, Ärzte, Beratungsstellen)
  • Entwicklungsgespräche 1x jährlich oder nach Bedarf
  • Abschlussgespräche
  • Gespräche vorm Schuleintritt/ Gespräche zum Übergang in die Grundschule
  • Feiern und Feste
  • Gemeinsames Eltern-Kindsingen
  • Elternkaffee
Elternmitwirkung in unserer Kita ist sehr willkommen. Bereichern Sie unsere pädagogische Arbeit in Projekten gern durch eigene Fähigkeiten und Anregungen, sowie durch die Mitgestaltung von Festen.
Gegenseitiges Interesse, Offenheit und Ehrlichkeit setzen wir im Kontakt mit Eltern voraus. Wir sind gesprächsbereit und laden Sie ein, auch auf uns zuzukommen, denn: "Nur dem Sprechenden kann geholfen werden."

9. Kinderschutz

9.1. Unser Schutzkonzept

Im Sozialgesetzbuch VIII (Kinder und Jugendhilfe) § 8a hat der Gesetzgeber den Schutzauftrag der Kindeswohlgefährdung definiert. So spricht der Gesetzgeber von einer Kindeswohlgefährdung, wenn das geistige, seelische und körperliche Wohl eines Kindes gefährdet ist.
Auf der Grundlage dieses Gesetzes sind wir als Einrichtung verpflichtet Anhaltspunkte einer Kindeswohlgefährdung aufmerksam wahrzunehmen und ggf. unter Einbeziehung einer erfahrenen Fachkraft das Gefährdungsrisiko einzuschätzen.
Wir wirken bei den Personensorgeberechtigten darauf hin, dass Maßnahmen zur Abwendung des Gefährdungsrisikos in Anspruch genommen werden, wie z. B. Beratung, Familienhilfe und Gesundheitshilfen.
Wenn diese Hilfen nicht in Anspruch genommen werden oder eine akute Gefährdung besteht, sind wir als Einrichtung zu einer sofortigen Benachrichtigung das Jugendamtes/ Allgemeinen Sozialdienstes verpflichtet.
Für uns als pädagogisches Personal, bedeutet das selbstverständlicher Weise, den Kindern auch bei uns im Hause eine Erziehung ohne körperlicher und seelischer Bestrafung, ohne Verletzung und ohne entwürdigende Maßnahmen zu geben und zu bieten.
Ebenso wichtig ist es für uns Mitarbeiter/-innen, eine " professionelle Nähe und Distanz" zu den Kindern auf zubauen, diese zu achten und einzuhalten. Dafür benötigt es von uns eine ständige (Selbst-) Reflexion, um die Balance zwischen Nähe und Distanz zu bewahren.
Wir möchten den Kindern bei uns im Hause einen "sicheren Ort" bieten, in dem sie sich sicher, vertraut, verstanden und wohl fühlen.

Alle neuen Mitarbeiter/- innen haben vor ihrer Einstellung bei uns ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen.

10. Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung

10.1. Definition

Bei Qualitätsentwicklung geht es um die Entwicklung und Sicherung gewisser Qualitätsstandards. Diese beziehen sich auf gesetzliche Verordnungen und den neuesten Stand von Forschung und Wissenschaft.
In unserer Qualitätsentwicklung beziehen wir diese selbstverständlich mit ein, so wie auch (alltägliche) Rückmeldungen von den Kindern, den Eltern und dem Team.
Wir überprüfen unsere Arbeit laufend und arbeiten ständig an der weiteren Verbesserung unserer Angebote und unseres Konzeptes.
Folgende " Instrumente" setzen wir in unserer Arbeit für Qualitätsentwicklung und zur Qualitätssicherung ein:

10.2. Partizipations- Beschwerdemöglichkeiten der Kinder

Einen großen Teil ihres Tages, verbringen die Kinder in unserer Einrichtung.
Deshalb ist es uns wichtig, dass alle Kinder sich am Alltag mitbeteiligen, an diesem mitwirken, mitreden und mitgestalten können.
Partizipation (= Teilhabe) bedeutet für uns, Kinder in möglichst viele Entscheidungsprozesse, die ihre Person betreffen, einzubeziehen und sie an vielem, was das alltägliche Zusammenleben betrifft, zu beteiligen.
Es geht um das Recht der Kinder, ihre Meinung frei zu äußern und diese Meinung angemessen und entsprechend ihres Alters und ihrer Reife zu berücksichtigen.
Dieses setzt eine bestimmte Haltung und Einstellung der Mitarbeiter/- innen gegenüber den Kindern voraus.
Wir sehen Kinder als kompetente kleine Menschen, die in der Lage sind, ihren Alltag eigenständig zu gestalten und trauen den Kindern etwas zu, nehmen sie ernst und begegnen ihnen mit Respekt, Achtung und Wertschätzung.

Indem Kinder ernst genommen werden, eigene Entscheidungen treffen und Vorschläge machen, diskutieren und Kompromisse erarbeiten, lernen sie viel und machen u.a. diese Erfahrungen:
  • Sie stärken ihr Selbstbewusstsein.
  • Sie lernen Bedürfnisse in Worte zu fassen.
  • Sie lernen Möglichkeiten zur Konfliktbewältigung kennen.
  • Sie lernen Verantwortung zu tragen (für ihre Entscheidung und deren Folgen).
  • Sie lernen anderen zuzuhören und andere aussprechen zu lassen.
Auf dem Weg zu möglichst viel Selbstbestimmung und Mitbestimmung, reden Kinder bei uns im Alltag mit:
  • im Sitzkreis
  • in alltäglichen Konfliktsituationen
  • im Streitring
  • in Wohlfühl-Beschwerdekreisen
  • in Kinderkonferenzen
  • in Beschwerdebriefen
  • im täglichen freien Spiel
  • in der Kinderbefragung
Im Sitzkreis in der Gruppe (auf Sitzmatten) nehmen wir uns in der Gruppe wahr und führen u.a. gemeinsame Gespräche.

Im Streitring sitzen sich Konfliktpartner gegenüber. Jeder erhält Redezeit. Der Ring wird erst verlassen, wenn der Konflikt besprochen und eine Einigung gefunden wurde.

In den Wohlfühl-Beschwerdekreisen und Kinderkonferenzen finden alle Kinder ein Forum zur Mitbestimmung der Regeln fürs Miteinander, Projektplanung, Konfliktbearbeitung und zum Austausch über Beschwerden, Bedürfnisse und Wünsche.

Der Beschwerdebrief ermöglicht Kindern, ihre Verzweiflung, ein Gefühl von Unge-rechtigkeit, ihre Wut oder Traurigkeit auszudrücken. Wer mag, diktiert einer Mitarbei-terin/ einem Mitarbeiter den Brief, nimmt ihn dann an sich und kann ihn später an den Adressaten geben.

In den Kinderbefragungen - Teil der jährlichen Elternumfrage - werden die Kinder u.a. nach ihren Bedürfnissen und Interessen gefragt.Die Kinderbefragungen werden von den Mitarbeiter/-innen und Elternvertreter/-innen ausgewertet und in den Beiratssitzungen bearbeitet.

Als Ansprechpartner/-in der Kinder sind wir jederzeit für sie da. Wir hören ihnen aufmerksam zu und geben ihnen Rückmeldungen.

10.3. Beschwerdemöglichkeiten der Eltern

  • Dialogkästen: Bitte nutzen Sie gerne die Dialogbriefkästen im Eingangsbereich der Krippe. Hier finden Sie Rückmeldebögen für Ideen, Kritik, Lob... Entscheiden Sie selbst, wen Sie ansprechen möchten (die Elternvertretung oder das Kita-Team bzw. die Leitung) und von wem Sie eine Rückmeldung wünschen.
  • Elternumfrage: In der jährlich stattfindenden Elternumfrage haben sie die Möglichkeit ihre Wünsche, Bedürfnisse und Anregungen (auf Wunsch auch anonym) mitzuteilen. Die Elternumfrage wird von den Mitarbeiter/-innen und Elternvertreter/-innen ausgewertet und in den Beiratssitzungen bearbeitet.
  • Elterngespräche mit den pädagogischen Mitarbeiter/- innen.
  • Bürosprechzeiten (mit der Leitung) nach individueller Absprache.
  • Wahl zur/zum Elternvertreter/-in und zum Elternbeiratsmitglied.
  • Gespräche mit den gewählten Elternvertreter/-innen und Elternbeiratsmitgliedern.

10.4. Unser Umgang mit Beschwerden

  • Beschwerden sehen wir als Äußerungen von Unzufriedenheit.
  • Wir nehmen Beschwerden ernst.
  • Beschwerden sind bei uns als konstruktive Kritik erwünscht.
  • Das gesamte pädagogische Team ist offen für Beschwerden.
  • Beschwerden werden von uns zeitnah und "Kundenorientiert" bearbeitet.
  • Beschwerden werden dokumentiert.
  • Beschwerden sehen wir als Chance zur konstruktiven Veränderung unserer täglichen Arbeit.
  • Die Aufgrund von Beschwerde ergriffenen Maßnahmen dienen uns zur Weiterentwicklung unserer Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung.

10.5. Evaluation

Evaluation bedeutet "eine fach- und sachgerechte Bewertung von Prozessen und Ergebnissen" und sie ist Bestandteil unserer täglichen Arbeit.

Wir arbeiten als Team und brauchen Zeit, um uns auszutauschen. Deshalb machen wir:
  • Dienstbesprechungen,
  • Vor- und Nachbereitungen,
  • (Team- ) Fortbildungen,
  • Supervisionen,
  • jährliche Mitarbeiter/-innengespräche
  • einen jährlich stattfindenden Betriebsausflug
Um Effektivität und Qualität unserer Arbeit einschätzen zu können, reflektieren wir regelmäßig unsere Arbeit.
Die Entwicklungsbeobachtungen der Kinder und deren Auswertungen helfen uns, die Qualität der Förderung jedes einzelnen Kindes sicherzustellen.
Jährliche Elternumfragen helfen uns, die Bedürfnisse und Interessen der Eltern/Kinder mit in unsere Arbeit einfließen zu lassen.
Unserer Kindertagesstätte orientiert sich an einen fortwährenden Prozess und setzt dafür den "Nationalen Kriterienkatalog zur Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten" für ihre Arbeit ein.
Unsere Konzeption überprüfen wir jährlich und wird durch das Team weiterentwickelt.

10.6. Entwicklungsbeobachtung

Entwicklungsbeobachtung geschieht bei uns auf drei Ebenen:
  1. Alltägliche Beobachtungen halten wir in unseren Beobachtungsbögen fest, um Lernfortschritte sichtbar werden zu lassen. Diese dienen uns als Grundlage für Gespräche.
  2. Um die Besonderheiten des Kindes mit seinen individuellen Interessen und Bedürfnissen festzuhalten, werden seine persönlichen Bildungs- und Lernwege durch Fotos und Geschichten in seinem ganz persönlichen Portfoliobuch/ Kitabuch dokumentiert.
  3. Das Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten (DESK 3-6) setzen wir zur gezielten Beobachtung im Elementarbereich in der Kita ein:
    • um in Elterngesprächen zuverlässige Angaben über die Entwicklung eines Kindes machen zu können
    • um eventuell vorhandene Entwicklungsbeeinträchtigungen frühzeitig zu entdecken
    • um eine gezielte Förderung einzuleiten

10.7. Portfolioarbeit (Kitabuch)

Zu Beginn seiner Kitazeit, wird für jedes Kind ein Portfolio/Kitabuch in einem Ordner angelegt.

Das Portfolio/ Kitabuch ist ein Erinnerungsbuch für das Kind, welches seine Kitazeit z.B. durch Fotos, Beobachtungen, Lern/- Geschichten undEreignisse dokumentiert.
Die Kinder schauen es sich immer wieder interessiert an.
Das Portfolio/ Kitabuch ist ein persönliches und kein öffentliches Buch.
Das jeweilige Kind bestimmt selbst, wer es sich angucken darf. Dieses erzeugt Res-pekt für das Kind als Person und für die Aktivitäten im Kindergarten.
Das Portfolio/ Kitabuch fördert die Zusammenarbeit und die Kooperation mit den Eltern. Das Portfolio/ Kitabuch verdeutlichen ihnen die Entwicklung, das Spielen und das Lernen ihrer Kinder. So bekommen die Eltern einen guten Einblick in unsere pädagogische Arbeit und in unseren Krippenalltag.
Die Eltern werden eingeladen, das Portfolio/ Kitabuch gerne mit zu gestalten, in dem sie z. B. eigene Briefe und besondere Erlebnisse von zu Hause dokumentieren und im Portfolio/ Kitabuch abheften.

11. Praktikantinnen und Praktikanten

Gemäß dem Spruch:" Wir haben alle mal klein angefangen", begleiten wir nach Möglichkeit Praktikantinnen und Praktikanten der verschiedensten Schulen in unserer Einrichtung.
Praktikanten/-innen können bei uns einen Einblick in unsere Arbeit erhalten und dabei die Kenntnisse sowie Erfahrungen sammeln. Wir begleiten und unterstützen sie in der Umsetzung ihrer Aufgaben und geben ihnen den nötigen Platz und Zeit, die sie brauchen. Wenn Hilfe benötigt wird, steht das Team bereit und bietet eine entsprechende Hilfestellung an. Der Austausch und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulen und Praktikantinnen/ Praktikanten bereichert unsere Arbeit. Anregungen, Ideen und Anstöße die wir von den Praktikanten/-innen erhalten, nehmen wir gerne an.

12. Öffentlichkeitsarbeit

Jährlich am ersten Samstag im Februar findet in unserer Kindertagesstätte der "Tag der offenen Tür" statt. Dabei können Sie uns kennen lernen und sich in unseren Räumlichkeiten umschauen. Gewinnen Sie einen Einblick von dem Leben in unserer Einrichtung.
An Veranstaltungen der Gemeinden nehmen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten teil.
Wir haben eine Internetseite, auf der Interessierte alle wichtigen Informationen über uns erhalten können und wir einen kleinen Einblick in unsere Arbeit ermöglichen.

13. Daten zu unserer Konzeption

Erstauflage der Konzeption:
November 1999

Überarbeitungen durch das Team:
Juli 2006
September 2008
Juli 2011
Dezember 2012
Juli 2013
November 2013
Dezember 2014
Juli 2015
März 2016



Gemeinde Kuddewörde Kindertagesstätte * Möllner Str. 3 * 22958 Kuddewörde
Telefon: 04154/82807 * E-Mail: kita-kuddewoerde@gmx.de